Brennpunktschule in der Pandemie: Führt die Krisensituation zu mehr Ungerechtigkeit in der Bildung?
Illustration: Inga Israel
Impuls

Brennpunktschule in der Pandemie: Führt die Krisensituation zu mehr Ungerechtigkeit in der Bildung?

von Sofie Czilwik, Anja Reiter
veröffentlicht am 26.05.2021
Lesezeit: 12 min

Die Corona-Pandemie trifft Schüler:innen aus benachteiligten Herkunftsmilieus besonders hart. Wenn die Eltern kein Deutsch sprechen oder selbst wenig gebildet sind, können sie ihre Kinder beim Homeschooling nicht unterstützen. In manchen Familien fehlen auch digitale Endgeräte, um am Fernunterricht teilzunehmen. Wie gehen Schulleitungen und Verantwortliche aus der Bildungsverwaltung mit dieser Schieflage um, wenn es viele solcher Fälle an einer Schule gibt? Ein digitaler und ein analoger Besuch an zwei sogenannten Berliner Brennpunktschulen.

Kein Platz zum Lernen, Sprachbarrieren, völlig aus den Fugen geratene Alltagsstrukturen: Kinder und Jugendliche aus benachteiligten Herkunftsmilieus trifft die Corona-Pandemie besonders hart. Der Deutsche Lehrerverband geht davon aus, dass bundesweit ein Viertel aller Schüler:innen – also drei Millionen Kinder – von sozialer Benachteiligung, wie einem schwierigen häuslichen Umfeld, oder fehlender technischer Ausstattung betroffen ist. Der Verband befürchtet, dass diese Schüler:innen durch die Corona-Pandemie weiter abgehängt werden könnten.

Der deutsche Lehrerverband geht davon aus, dass bundesweit ein Viertel aller Schüler:innen von sozialer Benachteiligung, wie einem schwierigen häuslichen Umfeld oder fehlender technischer Ausstattung betroffen ist.

Auch erste Studien legen nahe, dass die aktuelle Corona-Pandemie die Bildungsungerechtigkeit weiter verschärft. „Die Schere wird auseinandergehen“, ist sich Aladin El-Mafaalani sicher, Erziehungswissenschaftler und Experte für Erziehung und Bildung in der Migrationsgesellschaft an der Universität Osnabrück. Während Kinder aus bildungsbürgerlichen Familien von ihren Eltern in dieser Zeit bestmöglich unterstützt würden, hätten Kinder aus prekären Verhältnissen mit viel größeren Herausforderungen zu kämpfen. „Für zwei Gruppen ist der Lockdown besonders verheerend“, sagt El-Mafaalani, „für Schüler:innen, bei denen zu Hause kein Deutsch gesprochen wird – und für solche, an denen Schule der einzige Ort ist, an dem geschrieben und gelesen wird.“

Kinder aus bildungsbürgerlichen Verhältnissen besuchen häufig Schulen an privilegierten Standorten, Kinder aus prekären Verhältnissen sind hingegen vielfach an sogenannten „Brennpunktschulen“ zu finden. Die vielen Einzelschicksale der Kinder machten das Unterrichten an solchen Schulen auch in der Vergangenheit herausfordernd.

»Brennpunktschulen haben schon vor der Pandemie gekämpft, nun werden sie zusätzlich unter Druck gesetzt.«

Aladin El-Mafaalani

„Bislang waren diese Schulen nur deshalb funktionsfähig, weil sie ganz besondere Strategien entwickelt hatten, die weit über die Pflichtaufgaben von Schulen hinausgehen“, erklärt El-Mafaalani. Die Pandemie setzte das System, das ohnehin stets nur am Anschlag funktionierte, nun weiter unter Druck. Ob fehlende digitale Endgeräte oder keine Unterstützung aus dem Elternhaus: die Liste der Herausforderungen ist lang.

Wie klappt an den Brennpunktschulen der Spagat zwischen Homeschooling und Förderung der Kinder und Jugendlichen? Mit welchen spezifischen Herausforderungen sind die betroffenen Lehrkräfte und Schulleitungen konfrontiert, was die digitale Infrastruktur und die Erreichbarkeit der Schüler:innen angeht? Und inwiefern verstärken die Pandemie und der Fernunterricht bestehende Bildungsungerechtigkeiten weiter? Wir besuchen die Konrad-Zuse-Schule in Berlin-Pankow und die Quinoa-Schule in Berlin-Wedding, um vor Ort mit Schulleitungen und Schüler:innen die letzten Monate der Pandemie Revue passieren zu lassen.

Was ist eine Brennpunktschule?

Schulen in „schwieriger“ oder „herausfordernder“ Lage, „Brennpunktschulen“ oder Schulen in „Problemvierteln“: Schulstandorte mit einem hohen Anteil an Schüler:innen aus benachteiligten Herkunftsmilieus haben schon viele Etikettierungen erhalten. Manche Bezeichnungen werden dabei als stigmatisierend empfunden, weil sie einen Standort und die Schüler:innenschaft nicht objektiv beschreiben, sondern als „schwierig“ oder „herausfordernd“ bewerten. Auf diese Weise wird die Benachteiligung nicht nivelliert, sondern im Gegenteil sogar verstärkt. Viele Wissenschaftler:innen bevorzugen daher die objektivere Bezeichnung „Schulen in sozial deprivierter Lage“.

In der politischen und öffentlichen Debatte hat sich trotzdem der Begriff Brennpunktschule durchgesetzt. Brennpunkte sind Gebiete, die häufiger von Arbeitslosigkeit, Armut oder Integrationsschwierigkeiten betroffen sind. Welche Schulen konkret als Brennpunktschulen gelten, ist in den Bundesländern unterschiedlich geregelt – klare und einheitliche Kriterien fehlen bislang. Hessen und Nordrhein-Westfalen nutzen beispielsweise Sozialindizes, um Brennpunktschulen zu identifizieren. In Berlin hat eine Schule Anrecht auf ein Bonusprogramm, wenn mindestens die Hälfte der Schüler:innen von der Zuzahlung für Lehrmittel befreit ist. In anderen Bundesländern werden Brennpunktschulen prinzipiell nicht als solche benannt, um einer Stigmatisierung vorzubeugen. So konnten in Bayern und Baden-Württemberg keine Förderprogramme identifiziert werden, die sich passgenau an Brennpunktschulen richten, wie die von der Wübben Stiftung finanzierte Studie „Unterstützung von Schulen in herausfordernder Lage – Ein bundesweiter Überblick“ kürzlich ergab. 

Konrad-Zuse-Schule in Berlin-Pankow: Zehn Prozent der Schüler:innen haben kein digitales Endgerät

Ein sonniger Februartag an der Konrad-Zuse-Schule in Berlin-Pankow, einer Berufsschule mit sonderpädagogischem Fokus. Hierhin kommen Jugendliche und junge Erwachsene, die es nach der Regelschulzeit nicht schaffen, alleine einen Ausbildungsplatz zu finden. Alle Schüler:innen haben einen Förderbedarf. Manche können sich im Unterricht nur schwer konzentrieren, andere sind in ihrer emotionalen Entwicklung beeinträchtigt oder haben einen geringeren Intelligenzquotienten. 

Jörg Phielipeit ist stellvertretender Schulleiter der Konrad-Zuse-Schule. Ein schlanker hochgewachsener Mann, der jeden und jede im Schulgebäude beim Namen kennt, von einigen Kolleg:innen sogar den Geburtstag. Phielipeit ist 41 Jahre und arbeitet seit fünf Jahren an der Schule, seit etwas mehr als drei Jahren ist er Teil der Schulleitung. „Hallo Herr Phielipeit“, rufen ihm die Schüler:innen zu, als er durch die Flure läuft. „Hallo“, grüßt er freundlich zurück und steht im nächsten Moment mit seinem Tablet in der Hand in seinem Büro, dessen Tür stets offensteht. Die meisten Schüler:innen lernen aufgrund der Corona-Pandemie aktuell von zu Hause. 

„Unsere Schule ist digital sehr gut ausgestattet, auch schon vor der Pandemie“, sagt Phielipeit. Alle Lehrkräfte verfügen über ein Tablet, bald bekommen sie vielleicht sogar eigene Laptops. Und die Schüler:innen? Phielipeit deutet auf die Ergebnisse einer Online-Umfrage auf seinem Tablet: 90 Prozent der Schüler:innen haben ein Smartphone, liest er aus seiner Erhebung vor, die allermeisten verfügen über WLAN und ein Drittel über Tablets oder sogar einen PC. Das bedeutet aber auch: Jeder zehnte Jugendliche verfügt über gar kein digitales Endgerät. Das macht Homeschooling für diese Schüler:innen schwer. Wer keine Mails empfangen könne, habe die Möglichkeit, sich in der Schule Arbeitsblätter abzuholen, sagt Philipeit. Aber auch er gibt zu: Gerade Schüler:innen, die sich teure Endgeräte nicht leisten könnten, würden in der Pandemie abgehängt. 

Die Noten der Schüler:innen verschlechterten sich

Falco, Emily und Yuki, ein Schüler und zwei Schülerinnen zwischen 16 und 17 Jahren, sitzen um die Mittagszeit im Lehrer:innenzimmer der Konrad-Zuse-Schule an einem riesigen Tisch. Die drei gehen zusammen in eine Klasse. Weil bald ihr Abschluss bevorsteht, sind sie einige der wenigen Schüler:innen, die trotz des Lockdowns regelmäßig in die Schule kommen. Schwere Augenlider, ausdruckslose Gesichter, das Jahr Corona-Pandemie und der ereignislose Winter zeichnen sich in ihren Gesichtern ab. „Natürlich haben wir uns gefreut, dass wir nicht mehr in die Schule müssen“, sagt Emily, als sie sich an den allerersten Lockdown letztes Frühjahr erinnert. Doch die Freude sei schnell verflogen. „Ich kam gar nicht mehr hinterher,“ sagt Yuki. Und Falco ergänzt: „An manchen Tagen kann ich mich gar nicht motivieren.“ Zu Hause bekamen sie viel mehr Aufgaben. Schnell waren sie überfordert. Mittlerweile spiegelt sich das auch in ihren Noten wider: Yuki sagt, sie sei immer sehr gut in Englisch gewesen, jetzt komme sie auf eine Drei. Ihr Zeugnis sei voll mit Vieren und Fünfen gewesen, früher habe sie nur Einsen und Zweien gehabt. Auch Falco und Emily sagen, sie hätten sich verschlechtert. Und das in ihrem letzten Jahr an der Schule. Emily wurde wegen ihrer schlechten Noten nicht zum Mittleren Schulabschluss zugelassen. Ihren Traumberuf, medizinische Fachangestellte, wird sie so nicht ergreifen können.

Ein Grund liegt vermutlich in der vergleichsweise schlechten digitalen Ausstattung ihrer Familien: Emily, Yuki und Falco sagen, sie hätten zu Hause nur ihre Smartphones zum Lernen. Vom Berliner Senat bekam Phielipeits Schule zwar 64 Tablets für bedürftige Schüler:innen zugeschickt, doch die Geräte kamen mit großer Verspätung bei den Schülerinnen an, denn um Versand und Verwaltung musste sich die Schule selbst kümmern – zusätzlich zum herausfordernden Schulbetrieb an einer Brennpunktschule. Jedes einzelne Tablet mussten die Lehrkräfte in einen Umschlag stecken, jedes Ladekabel bekam ein eigenes Schuletikett, dann wurden die Päckchen an die Schüler:innen per Post verschickt. Ein Lehrer setzte eine elektronische Datenbank auf, in der alle Geräte und Ladekabel aufgelistet wurden und in der steht, welche:r Schüler:in wann und wie lange das Tablet ausgeliehen hat. Eigene Apps kann Phielipeit nicht auf die Tablets laden, denn die Systeme werden vom Senat gesteuert. Erst diese Woche, also drei Monate nachdem die Tablets geliefert wurden, kamen die zugehörigen Tastaturen an. Sie verbinden sich aber nicht über Bluetooth mit dem Gerät, sondern über ein Kabel. Es ist nur fünf Zentimeter lang, sodass die Tastatur fast an dem Tablet klebt. Wirklich angenehm ist das für die Benutzer:innen nicht. Gut gemeint, aber zu kurz gedacht – im wahrsten Sinne des Wortes.

»Nicht alle Kinder bekommen Unterstützung von ihren Eltern, auch weil viele längst zur Arbeit gegangen sind, wenn der Unterricht beginnt.«

Pantelis Pavlakidis

Quinoa-Schule in Berlin-Wedding: Zwei Schüler sind abgetaucht

Die Quinoa-Schule ist eine staatlich anerkannte Privatschule in Berlin, an der Schüler:innen mit Förderbedarf einen berufsorientierten Abschluss oder den Mittleren Schulabschluss erlangen können. Die meisten Jugendlichen kommen aus dem Wedding, einem bunt gemischten Kiez mit vielen Familien aus benachteiligten Herkunftsmilieus. Pantelis Pavlakidis ist Schulleiter an der Quinoa-Schule. Wegen der Pandemie haben wir uns mit ihm zu einer Videokonferenz verabredet. Er erinnert sich noch genau an den letzten Tag in der Schule vor dem ersten Lockdown im März. Es war ein Freitag, der 13. „Da wussten wir, dass wir die Schüler:innen am Montag nochmal sehen würden, am Dienstag aber nicht mehr,“ sagt Pavlakidis. Er dachte, das Homeschooling sei nur vorübergehend. Doch seitdem ist Fernunterricht die neue Art zu unterrichten. 

Das stellt seine Schule vor viele Herausforderungen: „Nicht alle Kinder bekommen Unterstützung von ihren Eltern, auch weil viele längst zur Arbeit gegangen sind, wenn der Unterricht beginnt. Diese Eltern können dann natürlich nicht kontrollieren, ob ihr Kind pünktlich das Tablet einschaltet.“ Andere Eltern wiederum hätten selbst keine Struktur, weil sie arbeitslos seien, und könnten deshalb ihren Kindern schwer beibringen, was sie für das Homeschooling benötigten: Struktur.

Nicht jeder hat einen ruhigen Platz zum Lernen

Zwei Schüler der Quinoa-Schule sind während des Lockdowns komplett untergetaucht. Sie beantworten keine Mails, schicken keine Aufgaben und gehen nicht ans Telefon. „Wir versuchen, über das Jugendamt an diese Kinder heranzukommen“, sagt Pavlakidis, „aber die Ämter haben gerade alle Hände voll zu tun.“ Ähnliche Geschichten hört man von vielen Schulen in Deutschland. An anderen Schulen in Deutschland ist die Zahl der Schüler:innen, von denen niemand weiß, wie sie ihre Tage verbringen und deren Eltern nicht erreichbar sind, deutlich höher. Sie verpassen Unterrichtsstoff, der kaum noch nachzuholen ist. Die Quinoa-Schule hat vor Ort eine Notbetreuung für Kinder eingerichtet, die das Lernen zu Hause nicht schaffen. Täglich gibt es dort Platz für 30 Kinder. „Ich glaube, ohne dieses Angebot hätten wir noch mehr Kinder verloren“, sagt Pavlakidis.

Doch es gibt auch gute Erfahrungen an der Quinoa-Schule: Pavlakidis unterrichtet die eineiigen Zwillinge Bakri und Mohamed in Weltbürgerkunde, einem Mix aus Geschichte und Sozialkunde. Bakri und Mohamed sind 17 Jahre alt und gehen normalerweise in die zehnte Klasse. Jetzt schalten sie sich aus ihrem gemeinsamen Zimmer in unsere Videokonferenz, jeder an seinem Tablet und mit eigenen Kopfhörern. Die beiden wollen dieses Jahr ihren Schulabschluss machen. Vor dem Lockdown, sagt Bakri, habe er nie gedacht, dass er jemals so lernen könne. „Aber es funktioniert. Und im zweiten Lockdown noch viel besser, weil wir Erfahrungen gesammelt haben, wie wir uns organisieren.“ Ein Lehrer habe den beiden empfohlen, einen Schreibtisch in ihrem Zimmer einzurichten, in dem sie ihre Schulsachen verstauen und an dem sie täglich arbeiten können. In der Schule ist es selbstverständlich: Jedes Kind hat einen Stuhl und einen Tisch. Doch zu Hause hat nicht jeder einen ruhigen Ort zum Lernen. Von acht bis 16 Uhr lernen die Zwillingsbrüder jeden Tag an ihrem Schreibtisch, so wie sie es in der Schule auch tun würden. Was sie wann lernen, können sie zu Hause aber selbst entscheiden. „Ich mach immer zuerst Mathe“, sagt Mohamed, „meine Lieblingsfächer brauch ich, um in den Lernmodus reinzukommen.“ Die Verantwortung für das eigene Lernen zu übernehmen – das haben die beiden in der Krise perfekt gelernt.

»Ein System, das bereits auf dem Zahnfleisch geht, kann nicht mehr innovativ und kreativ sein.«

Aladin El-Mafaalani

Fazit: Die Corona-Pandemie bietet Chancen, vergrößert aber vor allem die Ungerechtigkeiten

Für Aladin El-Mafaalani zeigt dieses Beispiel, dass die Corona-Krise trotz der vielen Probleme auch Chancen für positive Effekte bieten könne, Schüler:innen würden lernen, sich selbst besser zu organisieren und mehr Verantwortung zu übernehmen. Wenn die Verhältnisse zu Hause stabil seien, könnten auch Kinder aus ökonomisch schwachen Verhältnissen an den neuen Herausforderungen wachsen. Doch nicht allen Schüler:innen sei dies möglich: Kinder, die keine Struktur von zu Hause kennen oder gar von Verwahrlosung, Gewalt oder Missbrauch betroffen seien, würden aktuell am meisten leiden.

Dieser Gruppe können Brennpunktschulen in der aktuellen Situation am wenigsten gerecht werden. „Brennpunktschulen haben schon vor der Pandemie gekämpft, nun wurden sie zusätzlich unter Druck gesetzt“, fasst El-Mafaalani zusammen. Viele der Aufgaben, die sie zuvor übernahmen, seien über das Distanzlernen nur schwer abzudecken: emotionale Unterstützung und Krisenkommunikation, einen Ort des sozialen Austausches für Schüler:innen schaffen sowie Stabilität und Struktur geben. Den Schulen selbst will El-Mafaalani keinen Vorwurf machen: „Ein System, das bereits auf dem Zahnfleisch geht, kann nicht mehr innovativ und kreativ sein.“

El-Mafaalani hätte sich gewünscht, dass die Bildungsverwaltung den Schulen nicht nur Endgeräte zur Verfügung stellt, sondern auch mehr pädagogische Unterstützung an die Hand gibt. Schon in den Sommerferien hätte ein bundesweites System aufgesetzt werden müssen, das Schüler:innen mit Lehramtsstudierenden verbindet – in Form von virtuellen Lerntandems. „Die meisten Lehramtsstudierenden haben in der Krise ihre Jobs in Gastronomie und Einzelhandel verloren. Ihr Potenzial hätte man nutzen müssen, um benachteiligte Schüler:innen zu unterstützen.“ Der Schaden, der bereits entstanden sei, lasse sich nur noch schwer beheben. Wie weit die Schere am Ende auseinandergegangen sein werde, könne man erst im Rückblick bewerten. Doch schon jetzt sei klar: „Die Corona-Pandemie wird bestehende Ungerechtigkeiten weiter verschärfen.“

Sofie Czilwik

Sofie Czilwik ist freie Journalistin in Berlin. Sie schreibt Reportagen und Features für Zeitungen und Magazine und produziert kürzere und längere Stücke für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk über (Un-)Gerechtigkeiten, gesellschaftliche Entwicklungen und persönliche Geschichten. Außerdem ist sie Trainerin für Journalismus und Medienarbeit. Zurzeit vermittelt sie Jugendlichen und jungen Erwachsenen journalistisches Arbeiten und Kompetenzen sowie die Bedeutung von freien Medien für demokratische Gesellschaften.

Anja Reiter

Anja Reiter arbeitet als freie Journalistin in Bonn, vor allem zu Bildungs-, Umwelt-, Digitalisierungs- und Gesellschaftsthemen. Zu ihren journalistischen Auftraggebern zählen Die ZEIT, die Süddeutsche Zeitung und das Greenpeace Magazin. Daneben hilft sie bei der Konzeption von Magazinen, gibt Workshops für journalistischen Nachwuchs und moderiert Podiumsdiskussionen. Außerdem ist sie im Vorstand der Freischreiber aktiv, dem Berufsverband der freien Journalist:innen. 

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